Achim Kück spielt Jazz. Wer den Vollblut-Musiker auf der Bühne erlebt oder persönlich mit ihm ins Gespräch kommt, stellt schnell fest, dass er das fiebrige, engagierte Feuer der Begeisterung in sich trägt, das oft nur der Jugend vorbehalten ist. Und tatsächlich ist Kück auch angenehm alterslos und offen im Dialog mit Musik und Mensch. Immer spürt man bei ihm den hundertprozentigen Einsatz für das, was er gerade tut.
Der studierte Musikpädagoge für Jazz, Rock und Popmusik und Kirchenmusiker mit „A“-Examen erhielt auch als Komponist viele Preise (z. B. den Förderpreis der GEMA) und Stipendien ( u.a. Cité des Artes / Paris ). Mit seiner enormen Bandbreite ist es für ihn selbstverständlich, dass er bei all dem, was er tut, nicht eingefahren auf einige funktionierende Tätigkeiten bleibt, sondern stetig in Entwicklung begriffen ist. Das schätzen auch seine Kollegen und Künstler aus aller Welt, die er regelmäßig auf ihren Gastspielen begleitet. Bekannte Interpreten wie z.B. Bill Ramsey, Peter Petrel, Jörg Seidel und Reiner Regel sind jahrelange Weggefährten des gebürtigen Braunschweigers, der bei seinem Umzug nach Hannover schnell in der Big Band von Joe Viera landete und bereits 1977 die erste LP mit einspielte.
Aus dieser Liaison folgten verschiedene Formationen, die eine logische Folge der Entwicklung waren. Aus „The Quartett" wurde "The Quartett & Brass" mit den ersten eigenen Kompositionen und Arrangements und einem überregionalen Bekanntheitsgrad. 1980 entstand die LP „Recycling“, die den Preis der Phonakademie erhielt. Mit „Scurrility“ spielte Achim Kück 1982 die erste eigene LP ein.
In den kommenden Jahren spielte er außerdem in verschiedenen Jazz und Rock-Formationen, begleitete als Pianist Musical-Stars und Gospel-Shows und war am Staatstheater Hannover als Musiker und musikalischer Leiter bei verschiedensten Produktionen tätig (u. a. "Linie 1").
Bereits 1983 begann Kück seine bis heute andauernde Lehrtätigkeit an der Musikschule Hannover, wo er bis heute Klavier unterrichtet und Big Bands leitet. Bis 2007 hat er dort auch Theorie vermittelt, zwischenzeitlich war er auch zwei Jahre als Dozent an der Musikhochschule Hannover beschäftigt. Regelmäßige Session-Abende für Schüler und Externe im Haus der Jugend in Hannover entstanden aus eigenem Engagement und haben sich zu einer offenen Veranstaltungsform entwickelt, die großen Anklang findet.
Seinen Hang zum Arrangieren und die Liebe zur Komposition findet in der Zusammenarbeit mit Jörg Seidel und dem Carinthian Lakeside Jazz Orchestra eine großartige Verbindung. 2009 ist eine herausragende CD beim eigenen Label entstanden, die auch im „Jazzpodium“ hervorragend besprochen wurde.
Ein eigenes Tonstudio im heimischen Bennigsen rundet das Portfolio des rührigen Musikers ab. In den eigenen vier Klangwänden entstehen sowohl eigene Produktionen als auch hervorragende CDs mit verschiedenen Künstlern, die die Professionalität und praktische Erfahrung Kücks schätzen und sich bei ihm gut aufgehoben fühlen.
Text: Frank-Michael Preuss